Klares Glas für mehr Transparenz

Wo das ReFlx-System in Glas und Stahl umgesetzt wird, da gewinnt der Begriff der „Transparenz“ seine ganze Bedeutung – und wird von wörtlich bis zum übertragenen Sinne voll ausgeschöpft:

ReFlx-System (Dummy) in Klarglas an Stahlträgern

Erstens: Sich die Klarheit des Glases zunutze machen – um entweder die Raumkante weiterhin zeigen zu können, oder aber um die dahinterliegende Scheibe in Milchglas zu präsentieren, die ihrerseits in kleinerem Format die Kante selbst verdeckt. Der verdeckende Charakter des Milchglases kann mitgenutzt werden, um Beleuchtungskonzepte umzusetzen. – Die Transparenz des Materials selbst, ob nun mineralisches Glas oder Acryl-bzw. Plexi®-Glas.

Zweitens: Das offene Bekenntnis für so etwas wie Arbeitsschutz – und natürlich auch für das Wohlbefinden der Belegschaft. Ruhig zeigen, dass man und wie man sich für eine ruhige Arbeitsumgebung und für das Wohlbefinden seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einsetzt – und ruhig zeigen, wenn einem das, etwa in Glas und Stahl, auch ein paar Euro mehr wert ist. – Die Transparenz in der Konstruktion.

Drittens: Die Transparenz des Raumklanges. Denn ein klarer Raumklang ist nicht nur angenehm, sondern sorgt auch automatisch dafür, dass alle Beteiligten in einem Raum sich leiser verhalten: Leiser sprechen, weil man sich mit weniger Anstrengung sehr gut verständlich machen kann. Leiser laufen oder leiser mit dem Nachbarn tuscheln, weil man schon aus sich heraus die Gruppe und alle im Raum Beteiligten weniger stören möchte (hier geht es auch um Achtsamkeit). Aber am Ende nicht zu vergessen, für Musik- oder auch Videovorträge: Musik wird in einer bisher ungewohnten Klarheit getragen und verliert, auch weniger laut abgespielt, keine Details mehr. – Die Transparenz in der Akustik.

Das in der Fotografie am Dummy demontrierte System wird schlussendlich den Erfordernissen angepasst, so etwa in der Breite (im Dummy nur 60 cm, könnte bei derselben Höhe etwa in 80, 100 oder gar 120 cm Breite gewählt werden) – oder auch, je nach der Raumgröße und den einhergehenden akustischen Störungen, in der Höhe (im Dummy 40 cm, könnten in größeren oder höheren Räumen 50 oder 60 cm erforderlich sein, um die Raumkanten angemessen zu beruhigen). Der innenliegende Schild (im Dummy: 24 cm) würde in der Höhe auf 30 oder 36 cm Höhe angepasst.

einer der zahlreichen Versuche im Vorfeld: ReFlx-System, komplett schallhart mit Feinsteinzeugen

Der oben gezeigte Versuchsaufbau mit Reflektoren aus Feinsteinzeug hatte bereits klar gezeigt, dass und wie das System funktioniert. Der entsprechende Musterschutz umfasst die Ausführung in unterschiedlichen Materialien, so auch in Glas, mit Aufhängungen zum Beispiel aus per Laser passgenau geschnittenen Formteilen aus Stahlblech.

Der am Dummy gezeigte zweiteilige Aufbau der Träger hat den Vorteil, dass der innenliegende Reflektorschild erst eingelegt wird, wenn er nach vorn gegen Herausfallen gesichert ist. Nicht zuletzt dadurch werden für die Montage Arbeitsbedingungen geschaffen, die Unfallrisiken und Materialverluste minimieren. Der vordere Reflektor wiederum muss nur eingegelegt werden. Es müssen also keine riskanten und deshalb verhältnismäßig teuren Bohrungen vorgesehen werden.

Zwischenschritt: Einlegen des inneren Reflektors

Feinsteinzeug hatte ich für meine Versuche gewählt, weil es mit seinen spezifischen Gewichten der Schwere von Glas sehr nahe kommt und mir für weniger Geld mindestens vergleichbare Ergebnisse bieten konnte. Allerdings haben die sehr dünnen Platten aus Feinsteinzeug Eigenschwingung aufgenommen (die man, technisch betrachtet, leicht hemmen oder auch beseitigen kann). Bei der Verwendung von Verbundsicherheitsglas (VSG) und dann zudem für den vorderen Hauptreflektor in größerer Dicke (die Feinsteinzeuge im Versuchsaufbau waren nur 9 mm dünn) spielt die Eigenschwingung des Materials eine untergeordnete bis gar keine Rolle mehr: Die dauerelastischen Zwischenfolien im VSG wirken sich schwingungshemmend aus.

Selbstverständlich sind die im Versuchsaufbau von mir gewählten Feinsteinzeuge zu klein für „reale“ Raumanforderungen, mit Höhen der Reflektoren von nur 24 (vorn) bzw. 16 cm (innen). Für den Versuchsaufbau und den relativ kleinen Raumabschnitt jedoch waren die Ergebnisse auch so aussagekräftig. Als vorteilhaft wiederum erwies sich, dass es günstige Standardformate waren, die auch nicht zu schwer sind, damit ich mit sehr vereinfachten Trägern aus Holz arbeiten konnte. – Für „reale“ Anwendungen sind Feinsteinzeuge auch in 40 und 60 cm Höhe als serienmäßige Standardprodukte erhältlich. In Glas wiederum kann man sich ohnehin jedes erforderliche Maß fertigen lassen.