Bassfallen nicht die erste Wahl

Ich bin natürlich kein Fachmann für das HiFi-Studio. Dennoch erkenne ich, dass man offenbar im Studiobereich oder auch HighEnd daheim besser vorgehen könnte, wenn man einen Raum und seine Störungen nicht vom Lautsprecher aus und über die Wandflächen dächte – sondern zuerst von den Raumkanten aus.

Bassfallen ersetzen + Wandabsorber später ggf. gezielt abstimmen

Der größte Lärm und die sich nach Art und Ausprägung am stärksten verselbstständigenden Störquellen sind Raumkanten – und insbesondere Raumecken.

Wie mag es denn sein, dass in Studios – wenn Geld und Kundenanspruch weit genug reichen – am Ende dann doch noch die Raumecken ausgerüstet werden, um einen Raum endlich richtig sauber zu bekommen?

Solche Fragen darf man und sollte man sich stellen, wenn man daheim seine wirkliche Freude und seinen wahren Genuss haben möchte an seiner hochwertigen Musikanlage – und an Musikern, die ihre Stimme oder ihr Instrument einfach nur „begnadet“ beherrschen. … und die mit Klang, Können und Kreativität wahre Kunst erschaffen.

Raumkanten wirken wie Resonatoren

… as heißt aber nicht, dass Raumkanten Resonatoren sind. Sondern Frequenzen werden in Raumkanten „abgesenkt“, d.h. kommen tiefer frequent in den Raum zurück. Das heißt auch wieder nicht, dass aus den Raumkanten stets tiefe Frequenzantworten kommen! Man kann nun schon erahnen: Bassfallen sind nicht pauschal die richtige Antwort auf Bassprobleme und Raumkanten. Und auch wiederum: Bringt man Reflexion und Resonanz in die Raumkanten, dann gibt man dem Raum einen eigenen Klang. Es ist selbstverständlich eine Frage von Geschmack und Vorliebe, wie viel „Raum“ man noch erleben möchte – oder wie viel Reinheit der Wiedergabe über die Lautsprecher.

Raumkanten sind Verstärker der bloßen Lautstärke

Raumkanten – und erst recht Raumecken – erzeugen, ganz vereinfacht, Lärm. Dieser Lärm ist zudem insoweit „unqualifiziert“, weil dieser Lärm eine unkontrollierte Überlagerung nahe beieinander liegender Frequenzen ist. Die Phasenverschiebung ist dabei vermutlich auch das größere Problem als die Frequenzveränderung. – Wenn man sich dann aber offenbar einig ist, dass man wiederum die Tiefen lauter Pegeln muss, wenn man die Bässe hinreichend absorbiert hat, dann sage ich:

Absorption ist kein Allheilmittel

Absorption in den Raumkanten schwächt zudem nicht nur die Bässe, sondern absorbiert auch die mittleren und höheren Frequenzen – also jenen Bereich, in dem über die Obertöne ein jeder Klang zum Genuss wird. Außerdem: Der Bass wird nicht nur geschwächt, sondern der Bass wir auch dumpf, weil man ihm dem Klang nimmt. Nicht von ungefähr kommt der Tipp, nach Einbau von Bassfallen die Bässe lauter zu pegeln. (Das freut dann wiederum die Nachbarschaft – nicht so sehr…) Man muss aber die Bässe nicht absorbieren, sondern man muss ihnen allein das Störpotenzial nehmen.

Auch für Daheim: C-Case von Raumakustik-Premium. Dann möglichst: C-Case H&O.