Schall + Raum

Raumakustik ohne Messung optimieren

Die Frage nach der akustischen Messung in problematischen Kommunikationsräumen ist schon fast obligatorisch. Weshalb das nicht zum gewünschten Ziel führt:

Gemessen wird in der Regel der Nachhall. Nachhall jedoch ist ein Symptom, eine Sekundärerscheinung, dessen bzw. deren unterschiedlichen Ursprünge im Raum bisher durch Messverfahren nicht exakt auseinander gehalten bzw. nicht exakt lokalisiert werden können. Manchmal wird auch die Sprachverständlichkeit gemessen – deren Werte wiederum errechnet werden unter Einbeziehung des Nachhalls – weshalb die so genannten STI-Werte eine nur eingeschränkt objektive Aussagekraft besitzen.

Nachhall: weniger aussagekräftig als Fieber

Die tatsächlich problematischen Bereiche für die Raumakustik sind die Raumkanten (und insbesondere die Raumecken). Selbst bei sehr niedrigem Nachhall können Raumkanten mithin ungehindert ihr Störpotenzial entfalten. Erst so aber wird aus einer Schülerschar, die laut ist, eine lärmende Klasse. – Umgekehrt aber, sind die Raumkanten entstört, so beeinträchtigt ein stärkerer Nachhall die Hörsamkeit in einem Raum wenig, wird mithin gar nicht mehr als störend empfunden.

umfängliche Ausstattung von Raumkanten und -ecken mit dem ReFlx-System

Und nun übernimmt das ReFlx-System eine Doppelfunktion: Zum einen wird den Raumkanten durch vornehmlich Abschirmung das störende Potenzial entzogen. Zum anderen wird die Raumakustik dadurch verbessert, dass das Missverhältnis zwischen tieferen Frequenzen einerseits, den mittleren bis höheren Frequenzen andererseits ausgeglichen wird durch die reflektierende Funktion des Systems.

Dieses Missverhältnis hatte dereinst schon Wallace C. Sabine bemerkt und umfangreich beschrieben – dereinst allerdings noch, ohne einen Lösungsansatz dafür zu erkennen.

Die tieferen Frequenzen zeigen sich (weitestgehend) unbeeindruckt von den Reflektoren, während mittlere und insbesondere höhere Frequenzen stark reflektiert werden. Hierfür reicht bereits das relativ leichte Fichtenholz, das im abgebildeten Beispiel als sog. Fichte-Dreischichtplatte Anwendung in einem Klassenraum findet.

Messungen der STI-Werte (Sprachverständlichkeitsindex) durch einen unabhängigen Gutachter zeigen für einen Klassenraum sehr deutlich, dass die Sprachverständlichkeit nach Installation des ReFlx-Systems „ausgezeichnet“ ist – obgleich diese Werte durch den noch immer relativ starken Nachhall deutlich gedrückt sind, also weniger gut ausfallen, als es ihrer praktischen Auswirkung entspricht.

das ReFlx-System im selben Raum, an der Rückwand die Wärmeisolation von Heizungsrohren als zusätzliche Schalldämmung einbeziehend