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Akustik im Büroraum

Die Akustik im Büroraum ist ein ganz eigenes Thema. In Mehrpersonenbüros müssen selbstverständlich gegenseitige Störungen maximal reduziert werden. Aber auch hier sind gängige Herangehensweisen nur unzulänglich. Denn regelmäßig wird der Störeinfluss des Kantenvolumens bei geläufigen akustischen Maßnahmen schlicht ignoriert.

Besonders nun aber die Akustik in einem Büro, das einzeln und zudem – mit Besprechungsecke – genutzt wird, um den engen Austausch im Führungsteam pflegen zu können, konfrontiert mit besonderen Anforderungen.

Man muss das Kantenvolumen immer zuerst beachten – und entstören. So auch in Mehrpersonenbüros. In dem vorliegenden Beispiel ist das für die Akustik im Büroraum noch wichtiger: Weil dieses Einzelbüro nicht so groß ist.

Nachhall positiv einsetzen

Das Kantenvolumen wirkt sich – was inzwischen in der Branche allgemein bekannt sein wird – je kleiner ein Raum, umso schädlicher aus. Das war gerade im vorliegenden Büroraum ganz unmissverständlich zu bemerken. Nicht einmal Telefonate konnten angenehm, geschweige denn ungestört geführt werden, weil diese schon allein durch die eigene Sprache gestört wurden. Einmal ganz davon zu schweigen, wenn man aus Gründen des Ablaufs für sich selbst oder wenn man im Rahmen von Besprechungen für Mitanwesende das Telefon auf Lauthören nutzte.

Die Diffusoren D21 entstören „in einem Abwasch“ auch die Raumkanten.

Je kleiner ein Raum ist, desto mehr wird nicht der Raum „hallig“ im geläufigen Sinne!

… sondern desto mehr verhallt der Raum durch jene Störungen, die im Kantenvolumen entstehen.

Konsequent habe ich in diesem Büro das Kantenvolumen zu allererst in den Fokus genommen. Die oberen Längskanten habe ich mit dem ReFlx®-System ausgestattet, soweit der Fensterschwung bzw. von den Einbauschränken der Türschwung nicht beeinträchtigt wird. Die linke hintere Ecke hingegen habe ich auf der ganzen Höhe – mit 3 Elementen des Diffusors D21 übereinander – zugleich auch im Kantenvolumen entstört. Gerade weil der recht kleine Raum darauf verzichten kann, habe ich hier kein ReFlx®-System senkrecht installiert, sondern auf den Diffusor D21 gesetzt, um die Halligkeit im Raum abzuschwächen.

Ergänzend mildern zwei Elemente des D21 noch einmal auf der freien Wand, gegenüber des Schreibtischarbeitsplatzes, den allgemeinen Widerhall ein wenig ab.

Akustik im Büroraum: Diffusor D21 spielt tragende Rolle

Das Resultat ist ein Raum, der nicht frei ist von Nachhall. Der allgemeine Widerhall in einem Raum darf jedoch nicht verwechselt werden mit dem echten Nachhall. Der nämlich ist gar nicht die eigentliche Störquelle. Sondern Nachhall suggeriert – für das Unterbewusstsein positiv – einen größeren Raum, als er etwaig vorhanden ist. Und gleichzeitig beeinträchtigen klare und unverfälsche Reflexionen auch die so genannte „Hörsamkeit“ nicht.

Tatsächlich störend am so genannten „Nachhall“ sind jene im Kantenvolumen zerstörten Signale, die eben keinen Signalgehalt mehr besitzen. Es sind reine Störsignale: Was aus dem Kantenvolumen kommt, ist nur noch eine überdeckende bis laute Geräuschkulisse.

Dasselbe Problem mit dem Kantenvolumen erschwert auch den sprachlichen Austausch in Kommunikationsräumen. Oder umgekehrt macht gerade das ReFlx®-System Kommunikationsräume sogar vollumfänglich inklusionstauglich. So etwa Klassenräume: In einem anlässlich Inklusion ausgestatteten Raum bewährt sich das ReFlx®-System seit über drei Jahren im realen Unterricht.

eigenen Eindruck gewinnen: mit den folgenden Videos

Wer Interesse hat und jeweils ca. 5 Minuten Zeit erübrigen kann, möge sich gern Videos anschauen. Und vor allem: anhören. Im ersten Video habe ich in dem Schulleitungsbüro sowohl gesprochen als auch (die in der Akustikbranche gern belächelten) Klatschtests gemacht. Diese Klatschtests aber sagen mehr aus als übliche Nachhallmessungen. So objektivierend die nämlich erscheinen mögen, sagen sie nicht mehr aus, als ohnehin und leicht zu hören ist. Nämlich, ob etwas gemacht werden sollte oder gar muss.

Hier geht es zum dem Video mit den Klatschtests (5:14 min.).

Und wiederum dieser Link führt zu dem Video (5:51 min.), mittels dessen Ihr Euch Musikvergleiche (in mehreren kurzen und jeweils direkten Vergleichen) anhören könnt.

Für diese Aufnahmen hatte ich jeweils nur ein Mikrofon für eine Ein-Kanal-Aufnahme gegen die Decke gerichtet, bei 3,32 Metern Raumhöhe in ca. 2,2 Metern Höhe des Mikrofonkopfes, um in einer unverfälschten Weise nur die Raumantwort erfassen zu können.

Mit Kopfhörern hört man natürlich mehr. Nämlich mehr Details. Aber auch mit den am Computerarbeitsplatz oder den im Laptop eingebauten kleinen Lautsprechern hört man die Unterschiede bereits deutlich.

Akustik im Büroraum: vor der Ausstattung – und nachher mit ReFlx® und D21

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Das Trojanische Pferd der Raumakustik


Das trojanische Pferd ist zwar ein schönes Sinnbild, aber eigentlich auch eine Täuschung. Nämlich schon allein die Erzählung, das trojanische Pferd sei ein Pferd gewesen, ist eine Täuschung.

Das trojanische Pferd der Raumakustik…

Aber nicht das trojanische Pferd hält uns zum Narren, sondern vielmehr diejenigen, die Homer wiederum Jahrhunderte später nacherzählt haben. So wie ja auch Homer selbst einer war, der mündliche Überlieferungen zum Untergang Trojas zu zeitgemäßen und bühnenreifen Dramen verwoben hatte, der Ilias und der Odyssee.

Was lässt sich sagen über das trojanische Pferd, das in eine Wolke von Ungereimtheiten und in die tiefen Schatten der Zeit geraten ist? Vor allem aber: Was hat der Nachhall gemein mit dem trojanischen Pferd?

Denn ganz im Gegenteil herrscht zum Nachhall „eigentlich“ gar nicht so viel Unklarheit…

ist der Nachhall.

Hört man sich in der Akustikbranche um und fühlt seinen Gesprächspartnern auf den Zahn, dann ist zwar den wenigsten so richtig klar, weshalb die Nachhallzeiten NICHT den ECHTEN Nachhall beschreiben. Aber fast allen ist klar & bewusst, DASS der Nachhall an sich wenig aussagekräftig ist. Wenn es um die Klarheit der Musik oder die Klarheit von Sprache geht, dann sind die Nachhallzeiten keine gute Richtschnur. Zwar weiß noch immer kaum jemand, weshalb das so ist – aber dass es so ist, das ist allgemein bekannt und kein Geheimnis.

Weshalb gerade das trojanische Pferd…

Dennoch unterscheiden gerade diejenigen, die den „Nachhall“ mit dem größten Eifer verteufeln und lieber mehr als weniger Absorption empfehlen, den Nachhall nicht vom Widerhall. Wallace C. Sabine hatte das auch nicht getan. Aber als echter Pionier in der Akustik fehlten Sabine schlicht noch die Mittel und Möglichkeiten, die unterschiedlichen Reflexionen von Schall zu unterscheiden. Aber deshalb muss man ja nicht „reverberation“ einfach gleichsetzen mit „Nachhall“.

als passendem Vergleich?

Nun ist schon der Anlass des Krieges der griechischen Stadtstaaten gegen das trojanische Königreich möglicherweise nur ein Mythos. Und derselbe Krieg endet dann auch mit einem weiteren Mythos. Es ist nämlich entschieden unwahrscheinlich, dass die griechischen Verlierer die Trojaner mit einem Pferd getäuscht haben. Mindestens ein aus Holz geschnitzter Pferdekopf hingegen dürfte dabei dennoch eine Rolle gespielt haben.

Homer, der Urheber des Irrtums, hat diesen jedoch nicht (!) verursacht. Sondern diejenigen, die nach ihm ihre eigenen Erzählungen und Versionen aus jener Schlacht um Troja niedergeschrieben oder in Reliefen, Zeichnungen und Gemälden dargestellt haben. Weil sie Homer nicht verstanden haben! Im besten Falle hatten sie Details falsch aufgeschnappt. Im schlimmsten Falle haben sie einen wesentlichen Kern des Geschehens einfach umgedeutet.

das trojanische Pferd…

Dass sie nicht wussten, was sie tun, ist unwahrscheinlich. Denn auch aus anderen Werken, etwa des Sophokles, geht hervor, dass ein seetüchtiges Schiff „hippos“ genannt wurde. Und Sophokles datiert 3 bis 4 Jahrhunderte nach Homer! Der Sinn des Begriffs „hippos“ sowohl für seetüchtige Schiffe, als auch für Pferde war also keineswegs untergegangen. Aus dem Kontext heraus wird dabei deutlich, ob vom Tier oder von einem bestimmten Schiffstyp die Rede war.

„Reist Du über die See an Bord von ‚hippoi‘ oder auf kleinen Booten?“ so zitiert Francesco Tiboni den Sophokles („The Hippos of Troy – Why Homer Never Talked About a Horse“, Francesco Tiboni; Archaeopress Publishing Ltd., Oxford, 2021 – Seite 64). Und niemand hatte sich dabei vorgestellt, dass jemand im wörtlichen Sinne über die Wasser und Wellen reite!

war kein Pferd

Die Meerenge der Dardanellen im Großraum.

Der andere Mythos könnte der Raub der Helena sein. Mochte die Verherrlichung menschlicher Wesen als „göttlich“ auch geläufig gewesen sein zu jenen Zeiten. Mit Helena als Tochter des Zeus ist man hier ja so ganz in der Schnittmenge zwischen Menschenwesen und Göttern. Und auch raubte man zu jenen Zeiten alles auf zwei Beinen, was als Sklave taugte. Erst recht raubte man Frauen – sei es, um einen Gegner zu demütigen, sei es, um Ehen einzugehen (was auch eine Form der sklavischen Unterwerfung war).

seetüchtige Schiffe…

Dennoch ist eher zu vermuten, dass für jene Zeit – nämlich mit ca. 1.200 v. Chr. also lange vor der Blütezeit der griechischen Stadtstaaten – der freie Handel verteidigt wurde. Wenngleich Homer seine Epen um 750 v. Chr. verfasst haben soll, datiert man die Verwüstung Trojas um 1.200 v. Chr. Dass man Troja zu jener Zeit geschliffen habe, davon geht die Archäologie heute offenbar mehrheitlich aus. Denn die Verwüstungen Trojas in anderen Zeiten durch Erdbeben unterscheiden sich von jener grundlegenden Zerstörung, die man gut datieren kann.

Es deutet einiges darauf hin, dass Troja nur eine reiche Stadt unter vielen anderen Siedlungen eines Volkes war, das sich die Meerenge der Dardanellen zunutze machen konnte. Wegelagerei und Raubrittertum, über die frühe Kulturen mit einem überschaubaren Aufwand prosperieren konnten. Das war wohl kaum hinnehmbar für die Griechen, die am Handel mit den Völkern an den Küsten des Schwarzen Meeres interessiert waren.

… hießen ebenfalls: hippos

Hierzu nämlich möchte ich ein weiteres interessantes Detail zur Entstehung von Homers Dramen wenigstens einmal aufzeigen. Die Dramen entstanden zu etwa jener Zeit, als griechische Stadtstaaten zumindest vermehrt Stadtgründungen am Schwarzen Meer betrieben.

Die Lage des antiken Troja im Detail.


Wenn die Griechen ihren Handel mit anderen Kulturen, die sie über das Schwarze Meer erreichten, langfristig sichern wollten, dann mussten sie diese Trojaner ein für allemal vernichtend schlagen. Das erscheint plausibel als Motiv für ein solch enormes militärisches Engagement und eine so lange durchgehaltene kriegerische Auseinandersetzung. Schließlich hatten sich untereinander rivalisierende griechische Stadtstaaten zusammengetan mit dem Ziel, Troja zu besiegen. Ob man sich dabei wirklich nur auf die Festungsstadt Troja beschränkt hatte, das sei also einmal dahingestellt. Auch das könnte ein dramaturgisch und auf der Bühne gut zu bewältigendes Detail sein, dass nicht die Realität spiegelt.

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Mythos als Strategie

Der Mythos wird hochgehalten und immer wieder bekräftigt: Unangenehme oder gar störende Raumakustik entstehe durch Reflexionen an schallharten Wänden und Decken. Vollflächig bedämpfende Decken seien das wirksame Gegenmittel.

Zum Beispiel in Klassenräumen, in Besprechungsräumen, in Seminarräumen wird die großzügige Absorption von Schall als das beste Mittel hochgehalten, um den störenden Nachhall in den Griff zu bekommen. Und: Kurze Nachhallzeiten gelten allgemein + laut Richtlinie als günstig, um eine gute Sprachverständlichkeit sicherzustellen.

Aber niemand spricht vom störenden Potenzial des Kantenvolumens.

Ratgeber im Internet oder über das Internet verbreitete Broschüren enthalten solche „Weisheiten“ über den Zusammenhang zwischen den Nachhallzeiten und der Schallabsorption. Allein der physikalischen Überprüfung halten solche Behauptungen nicht stand – und bewähren sich noch nicht einmal in der Praxis.

Dennoch: Ein Beispiel ist ausgerechnet der DGUV, der „Spitzenverband der Deutschen Unfallversicherer“, der in seiner Broschüre „Klasse(n) – Räume für Schulen“ solche „Tipps“ und Hinweise verbreitet – und dabei auch noch ausdrücklich auf DIN 18041 verweist.

Doch…

… woher rührt dieser Mythos?

Etwa von der Sabine’schen Formel? Jene Formel, die ebenfalls vom DGUV benannt und hervorgehoben wird!? Eine Formel, die ausdrücklich gerade für solche „kleinen“ Räume gar nicht geeignet ist. Und das ist in der Akustik auch allgemein bekannt!

Wallace C. Sabine konnte dereinst die einzelnen Reflexionen (noch) nicht auseinanderhalten. So hatte Sabine die raumakustischen Probleme nicht hinreichend detailliert beschreiben und keine abschließenden Lösungsvorschläge anbieten können. – Aber Sabine war ein Pionier seiner Zeit! Und keinesfalls Bequemlichkeit stand ihm im Wege, sondern sein verfrühter Tod.

Schon 1900 – aber erst recht in seinen weiteren Publikationen ab 1906 – hatte Wallace C. Sabine auf Probleme hingewiesen, die Größe und Form eines Raumes betreffend, insbesondere aber die höheren Frequenzen im Zusammenhang mit zunehmender Absorption. Probleme also, von denen er wiederholt und mit immer neuen Argumenten und Falldarstellungen schrieb, die seine vereinfachende Formel nicht erfassen kann.

W. C. Sabine ist unschuldig

Wallace C. Sabine mag also die Quelle des Missverständnisses sein. Die Wurzel des Übels hingegen ist weder die Person Wallace C. Sabine, noch sind es seine Publikationen.

Die so genannte und bis heute gebräuchliche „Sabine’sche Formel“ ist eine Grundlage, die Wallace C. Sabine im Jahre 1900 über seine Publikation im ‚The American Architect‘ unter dem Titel ‚Reverberation‘ veröffentlicht hatte. Als solche – nämlich als „Träger“ oder Ankerpunkt eines umfassenderen mathematischen Ausdrucks – wird uns die Sabine’sche Formel gewiss erhalten bleiben. In ihrer jetzigen Form und Handhabung jedoch führt sie zu unbefriedigenden und wenig alltagstauglichen Resultaten.

‚Reverberation‘ kann nicht übersetzt werden mit „Nachhall“. ‚Reverberation time‘ mit „Nachhallzeit“ zu übersetzen ist nicht korrekt im Sinne der Ausführungen von Wallace C. Sabine. Das, was man über RT60 als das Abklingens aller Reflexionen um 60 dB erfasst und als „Nachhallzeit“ bezeichnet, ist in Wahrheit das Abklingen aller denkbaren Formen des Rückwurfs von Schallenergie an jedweden Formen und Gegenständen in einem Raum.

dem Mythos entgegentreten

‚Reverberation‘ darf mit „Nachhall“ nicht verwechselt werden. Genau dort, wo das relevant ist, macht man aber genau das: in der Raumakustik.

Man darf mir entgegen halten, ich müsse eben den gebräuchlichen Aussagewert bestimmter Worte anerkennen. Allein, es erscheint mir eher so, dass gerade dieser Wortgebrauch Missverständnisse fördert. Im besten Falle: nur Missverständnisse…

‚Reverberation‘ mit „Schallrückwürfen“ zu übersetzen, klänge ungelenk. „Und so“Widerhall“ wäre eine mögliche Übersetzung. Aber vielleicht ist ‚reverberation‘ auch einfach eines jener Worte, die man besser nicht übersetzt. Das ist, was bleibt, wenn man sich mit Wallace C. Sabine etwas näher auseinandersetzt.

Und bitte: Wo ist das Problem? In der englischen Sprache gibt es Wörter wie „Kindergarten“ und „Zeitgeist“. Weil sie sich nicht in ein oder zwei Worten schlüssig ins Englische übersetzen lassen, übernimmt man sie einfach.

Tafelfront und Seitenwand eines Beispielraumes: vorher / nachher; durch Ausstattung mit ReFlx®-System passiv inklusionstauglich

Außerdem: Wenn wir doch längst auch gelernt haben, nicht mehr von der Widerstandsfähigkeit zu sprechen, weil das etwas anderes sei als Resilienz, so kann man ja in der Wissenschaft und Branche der Raumakustik auch anerkennen, dass man ‚reverberation‘ nicht „einfach“ übersetzen kann.

Möge dann aus „Reverberation“ nur ja nicht neudeutsch „Rewerberation“ werden – nur um das Wort auf Teufel komm‘ raus „einzudeutschen“. Wir waren auch jahrzehntelang gut damit klar gekommen, wenn wir mal einen wertvollen „Tip“ bekommen hatten. … bis es ein „Tipp“ werden musste. Den Wert hilfreicher Hinweise hat das nicht gesteigert.

‚reverberation‘ – besser nicht übersetzen

Zum Glück schlägt ein solcher Aktionismus nicht immer zu. Die „Garderobe“ ist noch immer, was sie seit eh & je ist…

Kann man nicht also auch „Reverberation“ als stehenden Begriff und unübersetzbar akzeptieren? Und kann man nicht akzeptieren, dass folglich die „Nachhallzeiten“ nicht das sind, als was sie gelesen werden?










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D21 justiert Halligkeit

Der neue Diffusor D21 hat die Aufgabe, die Halligkeit in Räumen zu reduzieren – nicht jedoch zu eliminieren. Und eben genau dieses: Die Halligkeit im Sinne des allgemeinen Widerhalls – nicht aber den echten Nachhall!

Das heißt, dass Klangvolumen, Raumweite und die akustische Transparenz bewusst aufrechterhalten werden. D21 ist der erste 4D-Akustikdiffusor – und läutet damit eine neue Klangdimension ein: Ein Raum wird zu einem einmaligen Erlebnis – phasentreu & harmonisch, natürlich & ehrlich im gesamten Frequenzband.

herausragend harmonischer Klang für die Raumakustik dank Diffusor D21
2 Muster des D21, optimal an die Dachschräge angepasst, in der Erprobung: Die Akustik ist von Volumen und angenehmer Transparenz geprägt.

Wo der Bedarf besteht oder der Wunsch herrscht, die Halligkeit in Räumen zu reduzieren, da gestaltet der Diffusor D21 – möglichst, aber nicht notwendigerweise im Zusammenspiel mit dem ReFlx®-System – Raumklang und Nachhall in einer vollumfänglich plastischen Weise. Präzise und ohne jegliche Verzerrungen innerhalb des Frequenzbandes kann man so den Nachhall optimal abstimmen. Und – wie man im Bild unten sieht – kann man auch gezielt auf die Räumlichkeit eingehen: Etwa um auf Dachschrägen einzugehen und auch dort die Raumkanten gleich mit zu berücksichtigen.

Der neue Diffusor D21 eröffnet ganz neue Möglichkeiten und ungeahnte Klangerlebnisse in einer bisher unerreichten Dimension.

Nun fragen sich etwaig HiFi-Enthusiasten oder fragen sich vielleicht auch Fachleute der Branche: „Weshalb denn nun schon wieder einen neuen Diffusor? Gibt es denn nicht schon genügend davon?“

ReFlx®, kombiniert mit D21-Elementen in massivem Fichtenholz, in einem Schulleitungsbüro

Der Unterschied zu anderen Diffusoren ist, dass der D21 nicht bloß partiell an kleinen Stellschrauben dreht. Es entstehen keine partiellen und real unerwünschten Druckzonen, wie das bei herkömmlichen Diffusoren zwangsläufig der Fall ist. Und es gibt keine recht klar begrenzten Frequenzbereiche, über die üblicherweise Diffusoren beschrieben werden. Sondern der rechtlich geschützte D21 macht sich – abgeleitet vom Reflx®-System und konsequent fortgeführt – auch den Raum HINTER den Trennblättern und HINTER den Blockriegeln zunutze.

Verzicht auf Halligkeit ist ein falsches Ziel

Wo bisher zwischen 2D- und 3D-Diffusoren unterschieden wird, da erobert der D21 jene weitere Dimension, um dem Klang eine natürliche Entfaltung im gesamten Frequenzband zu ermöglichen. Der D21 ist kein geschlossener Diffusor und wird auf Abstand zur Wand installiert. Mit diesem Ansatz ist der D21 der erste 4D-Diffusor. …nämlich der erste Diffusor, der sich räumlich in voller Komplexität einbringt.

Vor allem aber nimmt sich der D21 zwei Lehren des ReFlx®-Systems zu Herzen:

Schallhart – das ist die eine Lehre – ist die Devise.

Halligkeit darf abgeschwächt werden. Die positive Kraft von Nachhall hingegen darf nicht erstickt werden – das ist die andere Lehre des ReFlx®-Systems.

Holz ist gut! Hier dürfen wir von Meistern alter Zeiten und des traditionellen Innenausbaus gern lernen. Aber auch die verschiedensten Holzwerkstoffe machen Sinn. Gerade solche Holzwerkstoffe ergeben Sinn, die ein höheres spezifisches Gewicht einbringen. Denn gleichzeitig sollte das Holz nicht nur Maskerade sein – sondern Masse einbringen.

Premium-Variante im mittleren Preisgefüge: Eiche-Blockleimbinder, kombiniert mit HPL mit weißem Kern

Für alle, die – nicht kühn, aber gern forsch – mit modernen Holzwerkstoffen den Brückenschlag zwischen Tradition und Gegenwart schaffen möchten, gibt es zum Beispiel einen besonderen Leckerbissen: Eichenholz im Zusammenspiel mit High Pressure Laminate.

unbegrenzte Gestaltungsvielfalt

Konsequent rangiert im obersten Preissegment eine Kombination von Bronze und Glas. Nicht etwa weniger wirksam für die Raumakustik, darf in dieser Ausführung die Neigung zur Exklusivität ihren offenen Ausdruck finden.

Aber was soll, was kann, was macht der D21?

Nun, wenn schon klein, dann sollte ich vielleicht über ein maßstäbliches Merchandising nachdenken…

Aber im Ernst…

Den D21 gibt es nur groß und schwer – oder noch schwerer. So bleibt der D21 ehrlich bis in die höchsten Töne und geht freundlich und behutsam mit allen Obertönen um. In der bevorzugten Installation wird ein Abstand zur Wand eingehalten – womit im fließenden Übergang die Korrektur bis hinunter zu den ganz tiefen Frequenzen ausgewogen gelingt.

Als erster, ausdrücklicher 4D-Akustikdiffusor gestaltet der D21 die Raumakustik über das gesamte Frequenzband hinweg harmonisch und dezent. Ästhetisch wiederum beansprucht der D21 für sich, sich von allem abzuheben, was bisher mit Diffusoren oder mit Absorbern assoziiert wird.

Ein mit ReFlx® und D21 ausgestatteter Raum bietet einen angenehm voluminösen Klang, begleitet von einer zurückhaltenden Räumlichkeit – die sich von einer klassischen und oft eher unangenehmen „Halligkeit“ wohltuend abhebt.

… dem Erprobungsmuster (heimlich) auf den Rücken geschaut: der deutliche Wandabstand macht den Unterschied – insbesondere für tiefere Frequenzen.
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Was Nachhall wirklich ist

Wallace C. Sabine schrieb nicht wirklich vom Nachhall. Zumindest nicht, als er die Schallrückwürfe in einem Raum beschrieb als „eine Vielzahl von Klangereignissen, die den gesamten Raum erfüllen und ummöglich auf ihre verschiedenen Reflexionen hin analysiert werden können“. (Sabine, Wallace C.: Reverberation; The American Architect, 1900 – Seite 9). Das englische ‚reverberation‘ ist dabei mit „Nachhall“ in Wort und Sinn nicht gut, ja sogar fehlerhaft übersetzt!

Gemeint ist im Wortsinn ebenso wie im Kontext der Ausführungen das gesamte Widerhallen, das in einem Raum zustande kommt. Gemeint sind alle Formen von Schallrückwürfen, die sich in einem Raum ereignen.

Nachhall neu begreifen

Tatsächlicher Nachhall umfasst klare und in einer solchen Weise „gerichtete“ Reflexionen an Flächen. Diese Reflexionen sind aber mehr oder minder unveränderte Zweit- oder Vielfachsignale. Sie besitzen Informationsgehalt. Tatsächlicher Nachhall ist also nicht das, was man in der Physik gern als „Nachhall“ auffasst – und mit „Nachhallzeiten“ zu erfassen GLAUBT.

Je nach deren zeitlicher Verzögerung wird das Ursprungssignal günstig verstärkt oder etwaig auch mal nachteilig überlagert. Nachhall ist sozusagen „der kleine Bruder“ des Echos. Entsprechend ist Nachhall jedoch NICHT das, was das KANTENVOLUMEN in den Raum zurückwirft.

„Nachhall“ ist NICHT = Nachhall

Grob kann man sich drei Kategorien der Schallereignisse in einem Raum vor Augen führen. Eben jenen tastächlichen „Nachhall“ (einschl. in hinreichend großen Räumen des Echos), dann die Diffusion – und schließlich jenen Störschall, der in den Raumkanten entsteht.

Was man heutzutage als „Nachhallzeit“ misst, ist die Abklingdauer des GESAMTSCHALLEREIGNISSES in einem Raum. Genau genommen kann schon die Diffusion nicht mehr dem so genannten „Nachhall“ zugeordnet werden. Denn die Diffusion kodiert, trotz ihres Gehaltes an SchallENERGIE, keine klare SchallINFORMATION. Aber auch: Die Diffusion überlagert Informationen so zeitnah und so wenig verfremdet, dass es nicht stört.

Besonders aber muss man nun die Raumkanten hervorheben. Denn nur auf den ersten Blick stellen die Rückwürfe von Schallenergie aus den Raumkanten und Raumecken heraus ebenfalls Diffusion dar. Im weitesten Sinne wird durchaus die Schallenergie aus dem Kantenvolumen heraus in den Raum „gestreut“. Tatsächlich aber ist es reine Störenergie, weil die besonderen Eigenschaften des Kantenvolumens Signale zerstören.

Im Wesentlichen durch zwei Aspekte unterscheidet sich der Raumkanteneffekt von der Diffusion:

ERSTENS. Die Schallenergie wird von den Raumkanten nicht einfach gestreut reflektiert, sondern vielmehr wie in einem Trichter eingesammelt. Das addiert nicht einfach die Energie, sondern potenziert sie: das heißt, verstärkt sie exponentiell.

Raumkanten entstören…

ZWEITENS. In der Raumkante treten Effekte der Frequenzmodulation und der untypischen Rythmisierung auf, so dass eigenständige Klangmuster auftreten, die vom ursprünglichen Informationsgehalt des Schalls erheblich abweichen. Das heißt aber auch, das kein „Signal“ nachhallt! – Das ist der Grund, weshalb das Energiesignal des Kantenvolumens unterschieden werden muss vom Nachhall.

… und Raumkanten zugleich nutzbar machen

ReFlx®-System: das Konzept, der Doppelreflektor in der Raumkante
das Konzept: der Doppelreflektor in der Raumkante

Nun herrscht in so genannt „kleinen“ Räumen, also in Räumen bis 250 Kubikmetern Volumen, ein zusätzliches Problem. Je kleiner nämlich der Raum ist, desto dominanter wirken sich die Störungen des Kantenvolumens aus. Das heißt auch: Je kleiner der Raum, desto weniger Aussagekraft kommt den „Nachhallzeiten“ zu.

Um sich diesen Zusammenhang einmal geometrisch vor Augen zu führen, bedarf es keiner komplexen mathematischen Berechnungen. Es reicht, Flächen und Volumina im rechtwinkligen Kubus zu berechnen, um mit Zahlenwerten zu veranschaulichen, wie das Verhältnis der Raumkantenstrecken zu den Flächen immer ungünstiger wird, je kleiner der Raum ist.

Zudem kommt den RAUMECKEN eine immer größere Bedeutung zu, je kleiner ein Raum ist. Denn die Raumecken sind die lautesten Zonen eines Raumes. Und der besondere Störeffekt der Raumecken – die stets gleich groß und gleich viele sind – wiegt umso schwerer, je kleiner das verbliebene Raumvolumen ist.

Ecken sind die schlimmsten Störer

Bereits im Jahre 1900, als Wallace C. Sabine jene heute so genannte „Sabine’sche Formel“ im The American Architect mittels seiner schlicht betitelten Publikation „Widerhall“ öffentlich gemacht hatte, hatte er zugleich auch seine Zweifel daran zum Ausdruck gebracht, ob diese Berechnungsmethode der Praxis hinreichend standhalten würde.

KEIN Zweifel also, dass Sabine mit jener Formel auch Unheilvolles niedergeschrieben hat, das bis heute verheerend nachwirkt. So etwa, dass „die Wirksamkeit eines Absorbers unabhängig von seiner Position“ sei, wenn das Problem der Widerhall sei. Das stimmt NICHT – und man weiß das auch. So ist seit Langem und umfassend bekannt, dass eine gleiche „Menge“ Absorber, in den Raumkanten positioniert, den Nachhall stärker senkt als an irgendeiner anderen Stelle im Raum. Dennoch genießen schon reine Kantenaborber den schlechten Ruf, die „Nachhallzeiten“ nur geringfügig zu senken. Zugleich ist aber auch längst bekannt, dass eine vergleichsweise schwache Bedämpfung in den Raumkanten den Raum dennoch bereits spürbar entstört. – Was mit Absorption an beliebigen anderen Stellen im Raum nicht gelingt!

Auch ist allgemein bekannt, dass die „Sabine’sche Formel“ überhaupt erst Anwendung finden kann in Räumen von 400 Kubikmetern und größer. Denn andernfalls sie die nötigen Grundvoraussetzungen der Diffusität des Schalls gar nicht gegeben. Dennoch rechnet man zwanglos mit der Sabine’schen Formel für jegliche Räume – und begnügt sich mit unterschiedlichen korrigierenden Multiplikatoren. Und dem Kantenvolumen widmet man schon erst gar keine Aufmerksamkeit. Und zwar deshalb, weil man das Kantenvolumen (bisher) mathematisch nicht berechnen kann.

Und so finden all diese „eigentlich“ bekannten Fakten bei der Bedämpfung gerade kleiner Räume keinerlei Berücksichtigung.

Absorption verschlingt die Obertöne

Andererseits hatte Wallace C. Sabine bereits in dieser Schrift „Reverberation“ von 1900 – und in seinen späteren Publikationen mit weiteren Fakten immer wieder untermauert – darauf hingewiesen, dass und in wie starken Relationen Absorption die Obertöne in Mitleidenschaft zieht. Und auch hatte Sabine immer wieder darauf hingewiesen, dass die Klangheit von Raumklang mit den Obertönen auflebt – oder daran untergeht.

(Beitragsbild reproduktiv entnommen: Sabine, Wallace C.: Collected Papers on Acoustics; Forgotten Books 2012)

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one step beyond

One step beyond – nur ein geflügeltes Wort? Ist „one step beyond“ nur eine Haltung? … oder doch sehr wohl ein Potenzial?

Kann man und darf man mehr einfordern als das, was andere als den „Stand der Technik“ rühmen oder zumindest akzeptieren? Man kann – und man darf. Selbstverständlich, denn ohne die Erwartung, Dinge besser zu lösen, gäbe es auch keinen Fortschritt.

Und so darf man auch in der Raumakustik – mehr erwarten. Vor allem dann, wenn es darum geht, Räumen akustische Harmonie zu verleihen. Wenn es somit um die höchste Klarheit von Musik geht – oder auch um eine ungeahnte Klarheit im sprachlichen Austausch. Und wenn es im Nebeneffekt auch noch darum geht, Störeinflüsse und LÄRM zu verhindern. Im Vorbeigang. Sozusagen: in einem Abwasch.

Im Kontext der Sprachkommunikation heißt das, mit höchster Effektivität Stress zu minimieren. Für Seminare oder Besprechungen, aber ebenso im schulischen Unterricht: Möglicherweise in der Nachrüstung in ganz klassischen Räumen. Aber auch in Neubauten oder in umfänglichen Sanierungsprojekten, in modernen Gebäude- und Raumentwürfen also.

Mit ReFlx®…

DER entscheidende Schritt voraus, den ReFlx® einbringt, ist die Eliminierung von LÄRM über das Kantenvolumen. UND zugleich die Transparenz und Reinheit des Raumklangs oder von Sprache – durch Verstärkung wiederum aus dem Kantenvolumen heraus. Die Nutzung jener Schallenergie also, die bei allen herkömmlichen Ansätzen bisher einfach verloren geht.

… noch einen Schritt weiter

Und auch überall dort, wo Akustik nicht aufdringlich, jedoch mit hoher Klarheit präsent sein soll – etwa im HiFi-Bereich – bietet das ReFlx®-System DIE alltagstaugliche Lösung. Aus gewöhnlichen Wohnzimmern oder Wohn-Esszimmer-Kombinationen wird ganz unaufdringlich eine optimale HiFi-Umgebung. Junge Eigentümer müssen nicht mehr ihre Leidenschaft für die Musik ganz hinten anstellen – etwa wegen der Kinder. … und warten, bis diese „aus dem Haus“ sind: mit eigenen Wohnungen und ihrem eigenen Leben. Sondern nun sind behagliches Wohnen UND HiFi-Genuss kein Widerspruch mehr, sondern können den gleich hohen Stellenwert genießen.

Insbesondere angesprochen sind mit dem ReFlx®-System also Kommunikationsräume – im weitesten Sinne. Denn von der originären Sprachkommunikation auf der einen Seite, musikalischen Ansprüchen in Instrument, Gesang oder HiFi auf der anderen Seite, wird in der Folge auch die Mischnutzung bei Video- oder Film-Vorführungen optimal unterstützt.

ReFlx® – Behaglichkeit + repräsentative Zwecke

So können sogar Foyers eine Mischnutzung für Veranstaltungen erfahren. Sie mögen hallig klingen – aber die empfundene Weite nimmt andererseits alle positiv ein. Dieses Gefühl von Offenheit und Weite muss nicht durch kurze Nachhallzeiten unterdrückt werden. Sondern eine moderate Halligkeit wird zum wesentlichen Bestandteil eines jeden konstruktiven Raumentwurfs. Zugleich wird eine extreme Klarheit von Sprache erlangt. Und musikalische Darbietungen oder Untermalungen sind keine Störkulisse mehr.

Oder in Vereinsräumen: Hier möchte man miteinander sprechen, gern bei dezenter Hintergrundmusik, möchte Sprach- oder Videovorträgen entspannt folgen oder musikalische Darbietungen stressfrei genießen. Alles das notwendigerweise in ein und demselben Raum. Und das geht.

Gestaltungsspielraum durch freie Materialwahl

Dabei liegt ein besonderer Vorteil darin, dass sowohl das ReFlx®-System als auch der ergänzende Diffusor D21 jedem architektonischen Entwurf angepasst werden können. Weil beide Systeme in allen denkbaren schallharten Materialien verwirklicht werden können.

Und obgleich es selbstverständlich tendenzielle Unterschiede in der Höhensensibilität der Ausführungen gibt, so bleibt aber die grundsätzliche Funktionalität stets die Gleiche – ob nun in Holz, in High-Pressure-Laminate, ob in Feinsteinzeugen, in Glas oder in Metall… Mit dem ReFlx®-System ist also aller gestalterischer Spielraum eröffnet, den man sich wünscht und wünschen darf, um in sich schlüssige und atmosphärische Entwürfe wahr werden zu lassen.

Wie wird aus Raumakustik premium?

Gerade im Bildungsbereich und egal, ob in Seminarräumen oder in der schulischen Bildung: Noch immer hängt alles an der sprachlichen Kommunikation. Und noch immer ist es auch der emotionale Zugang zum Menschen über Musik. DAS ist der Mensch an sich: Der sprachliche Austausch von Mensch zu Mensch ebenso wie seine Offenheit für Klänge und metaphorische Botschaften, die wir als Musik subsumieren.

Damit aber hängt zugleich auch alles daran, dass Worte und Klänge klar und rein im Raum übertragen werden. Worte brauchen: die Klarheit von Raumklang. Und: Worte überzeugen, wenn sie selbstverständlich und ungezwungen ausgetauscht werden.

ReFlx® und D21 – links: durch Bildbearbeitung wird der innenliegende Reflektor des ReFlx®-Elementes gezeigt, Frontplatte HPL, weiß mit weißem Kern; rechts: D21 mit Trennblätter aus HPL, weiß, mit weißem Kern, und Blockriegeln aus Eiche-Leimbinder.

Dasselbe gilt für Musik: Gehen die Obertöne verloren, dann gehen auch die Instrumente oder Stimmen in ihrem komplexen Charakter verloren. Und das gilt von den Bässen bis hinauf zu den Obertönen. Auch HiFi steht oder fällt insbesondere mit den höheren Frequenzen.

one step beyond…

Das gelingt aber nur, wenn der Raum Klänge nicht in Chaos verwandelt und Sprache nicht beeinträchtigt – sondern im Gegenteil Klang gut und transparent trägt. Das genau schafft das ReFlx®-System in ein und demselben Element:

Störung ausschalten UND Nutzsignale sinnvoll verstärken.

… mehr als nur eine Redewendung

Nutzbar machen kann sich dieses aktuell einzige System JEDER und ÜBERALL. So wird „one step beyond“ mehr als eine lyrische Redewendung, mit der die britische Band „Madness“ 1979 einen Volltreffer landete. ECHTE Kommunikationsräume ohne technischen Schnick-Schnack – dauerhaft wartungsfrei. Oder daheim: HiFi-Genuss pur, in ganz normalen Wohnräumen. Man muss nur im Wortsinn an entscheidenden Stellen die bisherigen Mängel der Raumakustik anerkennen. Damit ziele ich auf die Raumkanten ab.

ReFlx® und D21 im Schulleitungsbüro der Kardinal-von-Galen-Schule, Waltrop

Bisherige Normen und Richtlinien folgen einem Kriterium, das im Hinblick auf die Klarheit von Raumklang nichts aussagt: den Nachhallzeiten. Sowohl für die Norm (DIN 18041) als auch für die Arbeitschutzrichtlinie (ASR A3.7) gilt noch immer der Nachhall als DAS ausschlaggebende Kriterium. In der Lehre an Universitäten und Hochschulen ist das überwiegend nicht anders.

Mit der deutlichen Senkung der Nachhallzeiten mittels poröser Absorber wird aber auch genau der Sprache die Klarheit genommen und wird Musik auf kraftlose Bässe und dumpfe Mitten reduziert. Durch Absorption gehen die Höhen verloren. Sprache verliert ihre Deutlichkeit, Musik verliert mit den Obertönen ihre Transparenz und Leichtigkeit. Weil mit der Absorption die ausschlaggebenden höheren Frequenzen verloren gehen.

Mit Absorption kehrt zwar auf den ersten Blick, aufs erste Hören Ruhe ein – und erscheint wie eine Erleichterung, wenn man zuvor unter Lärm gelitten hatte. Aber mit Absorption hat man dann auch ausgerechnet den sprachlichen Austausch oder ausgerechnet wirklichen Musikgenuss massiv beeinträchtigt.

Klingt widersprüchlich?

durch Kombination von ReFlx® und Diffusor D21 auch im Wohn-Essbereich leicht möglich: herausragende HiFi-Akustik und zugleich sehr angenehme Wohnatmosphäre
durchschnittliche moderne Wohn-Esszimmer-Kombination: nachgerüstet mit ReFlx® + Diffusor D21 – für ruhige Wohnatmosphäre + echten HiFi-Genuss

… „klingt“ nur widersprüchlich, weil man uns bisher darauf eicht, zu glauben, kurze Nachhallzeiten seien förderlich für so etwas wie „gute Hörsamkeit“, für Ruhe und für Wohlfühlatmosphäre.

one step beyond…

Dabei hatte bereits Wallace C. Sabine vor über 100 Jahren in seinen Publikationen wiederholt hingewiesen auf jene Probleme, die mit der Absorption von Schallenergie einhergehen. Das ist derselbe Wallace C. Sabine, auf den Physiker sich berufen, wenn sie die sog. „Sabine’sche Formel“ anwenden, um auszurechnen, wie viel Absorption ein Raum nötig habe.

… ist mehr als ein lockeres Sprüchsken:

ReFlx® packt an jener Stelle zu, an der man wirklich etwas Relevantes bewirken kann: im Kantenvolumen.

Das ReFlx®-System schaltet sowohl die verheerendste Stör– und Lärmquelle in Räumen aus – das Kantenvolumen – als auch verstärkt Obertöne und sprachliche Signale. Das gelingt durch die Nutzung jenes Raumvolumens, das man bisher schlicht verschwendet: das Kantenvolumen. So ermöglicht ReFlx® die Klarheit von Sprache und einen optimalen HiFi-Genuss – mit echter High Fidelity: mit höchster „Genauigkeit“ und Klangtreue.

Und wer den Klang perfektionieren möchte, stattet NICHT zusätzlich mit Absorbern aus, um den Nachhall auf die persönlichen Bedürfnisse abzustimmen, sondern nutzt dafür die neue Form von Diffusion. Mit dem Diffusor D21. Eine Investition, die sich lohnt, wenn man bei der HiFi-Anlage oder bei dem Dolby-Surround-System schon nicht gespart hat. Denn mit dem Diffusor D21 korrigiert man den Nachhall, ohne disharmonisch in das Frequenzband einzugreifen.

Bitte lesen Sie mehr über den Diffusor D21 im verlinkten Magazin-Beitrag.

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Raumkanten – oder Nachhall?

Die Raumkanten beeinflussen das Schallfeld in einem Raum umso stärker, je kleiner ein Raum ist. Insbesondere in so genannt „kleinen“ Räumen (bis 250 m3) ist es daher das KANTENVOLUMEN, das die Raumakustik dominiert. Dieser Dominator unter den Störeinflüssen möchte primär berücksichtigt und primär gestaltet werden.

Bei akustischen Messungen hingegen werden – unter dem Oberbegriff des „Nachhalls“ und aus technischen Gründen – solche Störungen, die im Kantenvolumen entstehen, und der wirkliche Nachhall nicht gesondert betrachtet. So entsteht ein Zerrbild von der wahren Raumakustik, das mit der Realität wenig gemein hat. Denn die sog. „Nachhallzeiten“ bemessen tatsächlich das Abklingen des GESAMTSCHALLEREIGNISses in einem Raum.

Mit „Nachhall“ wird also nicht im eigentlichen Sinne die „Halligkeit“ eines Raumes bezeichnet ist. Auch wenn man das geläufig durchaus so gleichsetzt.

Kurze „Nachhallzeiten“ gelten als DAS zentrale Kriterium für eine „gute Hörsamkeit“ in Räumen. Diese einfache Regel wird bemerkenswert selten in Frage gestellt – wenn man bedenkt, dass in der Akustikbranche gut bekannt ist: Sie ist nicht korrekt. „Eine kurze Nachhallzeit bedeutet noch lange nicht, dass in einem Raum auch eine gute Sprachverständlichkeit herrscht.“ Das habe ich häufig genug, und doch stets nur in vertraulichen Gesprächen, eingeräumt bekommen.

dezidierte Beobachtung der Raumkanten

Die Aufgabenstellung für die Forschung lautet also, die Raumakustik über andere Daten deutlich klarer zu beleuchten als bisher. In erster Linie muss man sich dabei auf das Kantenvolumen konzentrieren. Zugleich aber soll die Analyse alltagstauglich bleiben – und muss folglich einfach zu bedienen, mobil und kostengünstig sein. Vor allem jedoch muss sie der Realität näher kommen, als das bisher der Fall ist.

Wenn DIN 18041 verlangt: „Im Sinne dieser Norm ist die frequenzabhängige Betrachtung der Nachhallzeit zwingend erforderlich“ (DIN 18041:2016-03; 4.2.3 – Anforderungen an die Nachhallzeit), dann ist genau DAS nicht realistisch. Und der Verdacht ist schwer zurückzuhalten, dass eine solche Erwartung einem ganz anderen Zweck diene.

Denn viel zu lange schon ist der Einfluss der Raumkanten grundsätzlich bekannt. Allein, an hinreichend genauen Analysen und folglich technisch gestützten Belegen fehlt es noch. Aber um die Norm zurückzuweisen, ist längst genug bekannt über den Einfluss des Kantenvolumens. Mit einem lapidaren: „Man weiß aber, dass sich eine angemessen starke Bedämpfung günstig auf die Hörsamkeit auswirkt“ (DIN 18041:2016-03; 1 – Anwendungsbereich) kann sich niemand mehr herausreden.

Zum ReFlx®-System wird schon mal gern angemerkt, die Wirksamkeit sei ja noch nicht nachgewiesen. Tatsächlich hingegen kann dessen Wirksamkeit nur auf der Grundlage der Nachweiserfordernisse gemäß DIN 18041 (!) nicht nachweisen kann. Denn DIN 18041 erhebt mit den Nachhallzeiten ein Kritikerium zur ausschlaggebenden Größe, das eine tatsächlich nur untergeordnete Rolle spielt. Der NACHHALL entscheidet nur untergeordnet über die Sprachverständlichkeit.

Kriterium aus DIN 18041…

Im „Prüfbericht mit Begutachtung“ der SG-Bauakustik (Institut für schalltechnische Produktoptimierung; Mülheim/Ruhr und Schornsheim) ist nicht nur die Rede von „ausgezeichneten STI-Beurteilungsergebnissen“ (Sprachverständlichkeitsindex). Sondern dort tauchen auch Messungen zum Ablenkungsabstand auf – einem Kriterium, mit dem man in Großraumbüros, nicht aber in Kommunikationsräumen arbeitet.

Die STI-Werte bieten eine umfänglichere Sicht auf die Raumakustik, als dies allein die Nachhallzeiten bieten können. Im Zusammenhang mit dem Sprachverständlichkeitsindex wird deutlich, dass die Nachhallzeiten allein nicht nur eine zu dünne Datendecke bieten. Sie führen sogar in die Irre.

… ist fast belanglos

Der Nachhall im begutachteten Raum ist spürbar ausgeprägter, als mit DIN 18041 als ideal dargestellt wird. Die Klarheit von Sprache hingegen fällt bereits EXTREM gut aus, wenn allein das ReFlx®-System montiert ist! Und so kann schwerlich der Nachhall einen verlässlichen Hinweis geben, dass oder weshalb ReFlx® so deutlich der Sprachverständlichkeit dient. Vor allem aber: Der Nachhall beweist eben NICHT, dass ReFlx® schlecht wirke.

ReFlx®-System in den Raumkanten ist kein „klassischer“ Kantenabsorber

Eine größere Klarheit bietet die Ergänzung durch Impulsmessungen – auf die ich später noch kurz eingehen möchte. Die Berechnungen der Werte im Sprachverständlichkeitsindex (STI) nämlich beziehen die Nachhallzeiten mit ein. Folglich verschleiern auch die STI-Werte die tatsächliche Klarheit der Sprache ein wenig. Die STI-Werte stellen sich als schlechter dar, als sie bei korrekter Bewertung sein müssten. 

Zunächst aber möchte ich auf den Ablenkungsabstand eingehen, den Herr Grüll im Rahmen des Gutachtens mit erfasst hat.

Impulsmessungen offenbaren die Hebung der hohen Frequenzen durch ReFlx-System

Raumkanten im Fokus: ReFlx®

Der ABLENKUNGSABSTAND beschreibt, ab welcher Distanz zwischen Sprachquelle und Hörort Sprachäußerungen so klar erscheinen, dass man unwillkürlich „abgelenkt“ wird. Als Kriterium in Kommunikationsräumen wird also üblicherweise der Ablenkungsabstand nicht herangezogen. Tatsächlich beschreibt der Ablenkungsabstand jene räumliche Distanz, ab der der STI-Wert unter 0,5 fällt. Dieser Abstand beträgt für das ReFlx®-System im untersuchten Raum 49,6 m.

Eine solche Distanz lässt aufhorchen – und wirkt eher wie ein falsches Ergebnis. Aber auch, weil eine solche Messung für Kommunikationsräume ungeeignet ist, weisen Fachleute dieses Messergebnis als irrelevant zurück. Ich möchte anmerken, dass all das auch Herrn Grüll bewusst ist! In der Gesamtschau hingegen liefert auch diese Messung sehr wohl Hinweise auf die Wirkungsweise und Effektivität des ReFlx®-Systems.

Denn allein die Luftdämpfung hätte der Klarheit des gesprochenen Wortes über eine Distanz von knappen 50 m den Garaus gemacht. Nimmt man nun aber zusätzlich die Impulsmessungen zur Hand, so wird klar, was STI-Werte und Ablenkungsabstand aussagen. Frequenzen ab ca. 1.250 Hz aufwärts nämlich werden mithilfe des ReFlx®-Systems mit bis zu 18 dB verstärkt.

Berücksichtigt man nun auch noch, dass die STI-Werte gemäß Gutachten in der größten und in der kleinsten Distanz am höchsten sind (nämlich bei ca. 2,5 m und ca. 7,5 m), dann wird deutlich, wie ausgewogen das Schallfeld im Raum dank ReFlx® ist. Die Werte in den mittleren Distanzen von ca. 4 bis 6 m fallen – in den Zahlenwerten in der 2. Stelle hinter dem Komma – tendenziell schwächer aus.

erst Impulsmessungen bringen Klarheit

Die Impulsmessungen zeigen sehr deutlich, wie ab ca. 1.250 Hz – und bis hinauf zu 12.500 Hz – die Schalldruckpegel verstärkt und auf ein recht gleichmäßiges Niveau gehoben werden (siehe Abb. weiter oben). Im Zusammenhang mit dem Gutachten zeigen die Impulsmessungen, weshalb es zu einer so hohen Klarheit von Sprache kommt. Obgleich gemäß DIN 18041 – nämlich ausweislich der langen Nachhallzeiten – die Sprachverständlichkeit höchstens mäßig sein sollte, ist der sprachliche Austausch gerade besonders angenehm und nicht anstrengend.

Raumkanten: in DIN 18041 verschwiegen

Nun spiegeln jedoch in Wahrheit Messungen der Nachhallzeiten gar nicht den eigentlichen Nachhall wider – sondern undifferenziert das ABKLINGEN des GESAMTSCHALLEREIGNISSES.

Schon lange VOR der Entwicklung des ReFlx®-Systems hatten reine Kantenabsorber immer wieder unter Beweis gestellt, dass etwas am „Nachhall“ als Kriterium für die Klarheit des Raumklanges nicht stimmen könne. Das ReFlx®-System belegt unmissverständlich, dass der Nachhall als Kriterium für „gute Hörsamkeit“ nicht taugt. Die sog. „Nachhallzeiten“ stellen eher unspezifische Analysewerte dar.

Dennoch erhebt die Norm das Kriterium des Nachhalls zum Kern der Betrachtungen: „Im Sinne dieser Norm ist die frequenzabhängige Betrachtung der Nachhallzeit zwingend erforderlich„, so DIN 18041:2016-03 auf Seite 12 (Unterordnung 4.2.3 – „Anforderungen an die Nachhallzeit“).

der Nachhall im Kölner Wasserspeicher beträgt 26 Sekunden
Repro (Ausschnitt) vom Innencover der LP „Vor der Flut“ (Publikation 1985). Der Kölner Wasserspeicher, hier nach Sanierung und bei beginnender Flutung – ein faszinierender Klangraum.

Die Nachhallzeiten werden durch die Entstörung des Kantenvolumens nur vergleichsweise geringfügig gesenkt! Etwaig ist also auch die Aussagekraft der STI-Werte begrenzt zuverlässig, weil die Nachhallzeiten in die Berechnung dieser Werke unmittelbar mit einfließen. Die frequenzabhängigen Nachhallzeiten bieten für Kommunikationsräume höchstens Orientierungswerte, sind jedoch als Kriterium nicht tauglich.

Nachhall im Kölner Wasserspeicher

Ein sehr eindrucksvoller Nachhall hatte sich im unterirdisch angelegten Kölner Wasserspeicher „Severin“ gezeigt (Abbildung: siehe oben), als dieser 1984 zwecks Sanierungsarbeiten trockengelegt worden war. Zahlreiche Musikerinnen und Musiker haben diesen Nachhall recht spontan kreativ genutzt. Die Wasserwerke hatten die um einen Monat hinausgezögerte Flutung des restaurierten Speichers zugesichert.

Die niedrige Deckenhöhe des Wasserspeichers, regelmäßige Wandprofile und die eckigen Säulen lassen regelmäßige Rückwürfe zu. Im Gegensatz dazu etwa die runden Stützsäulen in Kirchenhallen sorgen begünstigend für Diffusion.

R 1002 der Gesamtschule Waltrop: ReFlx®-System in den Raumkanten macht Inklusion ohne Elektroakustik möglich
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Lärmbekämpfung

Lärmbekämpfung in Räumen muss sich primär auf die Raumkanten stützen – nicht auf die Begrenzungsflächen eines Raumes. Wegen des besonderen Störpotenzials des Kantenvolumens sind es diese, die Raumkanten und -ecken, auf die man zu allererst schauen muss.

… statt Absorption auf Teufel-komm‘-raus

Was in der Raumakustik als „Stand der Technik“ gilt, wäre böswillig, wenn es nicht schlicht ein Irrtum wäre:

Es ist sachlich nicht richtig, dass ein kurzer Nachhall für einen klaren Raumklang und eine so genannt „gute Hörsamkeit“ sorge. Nicht einmal der Lärmbekämpfung dienen starke Bedämpfungen, obwohl die Räume dann im ersten Hören stets ruhig erscheinen. Sondern der Nachhall ist ein subjektiv sehr unterschiedlich empfundenes Kriterium für so etwas wie akustischen Komfort.

Es ist weiterhin sachlich nicht richtig, dass es mehr oder weniger egal sei, wo absorbierende Oberflächen installiert werden. Sondern erstens ist es sehr wohl wichtig, WO man überschüssige Schallenergie einfängt. Und zweitens ist physikalisch nicht richtig, dieses allein durch poröse Absorber leisten zu können.

In der Lärmbekämpfung aber tut man genau das viel und gern: Absorbieren was das Zeug hält – fast ausnahmslos mittels poröser Materialien.

ReFlx®: Lärmbekämpfung ohne Nebenwirkungen

Wenn ich mit der folgenden Abbildung nun aber selbst poröses Material zeige, dann mag Irritation aufkommen. Der Unterschied jedoch ist, dass dieses absorbierende Material die überschüssige Schallenergie im begrenzten Kantenvolumen absorbiert. Der Frontreflektor definiert Umfang & Charakter der Wirksamkeit innerhalb des Frequenzbandes. Jedoch, was an Schallenergie hinter den Frontreflektor gelangt ist, kehrt ohnehin nicht mehr zurück in den Raum.

Im Bildbeispiel wird durch den Einsatz von porösem Material die Wirksamkeit zugunsten der Inklusion sehr wohl verstärkt. Hingegen wird das Frequenzspektrum nicht beeinträchtigt.

das ReFlx-System  während der Montage
eine Variante des ReFlx®-Systems: Montage-Zwischenschritt zeigt das Trägerelement

Auch ist die Behauptung nicht richtig, die Senkung des Nachhalls sorge zwangsläufig für Klangqualität und Komfortgefühl. Sondern in Umgebungen mit geringen Nachhallzeiten sind regelmäßig die mittleren und höheren Frequenzen besonders stark beeinträchtigt. Deshalb klingen solche Räume umso muffiger, dumpfer, beengter, je stärker sie bedämpft sind.

Starke Bedämpfungen führen somit oft dazu, dass Räume als erdrückend oder deprimierend wahrgenommen werden. Das hat auch damit zu tun, dass die Sprachkommunikation in stark bedämpften Räumen sehr anstrengend ist. Man ist gezwungen, lauter zu sprechen – und man muss umso mehr die Ohren spitzen.

Außerdem wird dem Gehrin durch starke Bedämpfungen auch die Möglichkeit genommen, sich über den Gehörsinn Informationen über seine Umgebung einzuholen. Die unterbewusste Orientierung ist damit stark eingeschränkt. Die Reaktionen darauf sind individuell sehr unterschiedlich. Überwiegend aber ist das Gehirn dadurch subtil mit einer Bedrohungssituation konfrontiert.

Hörsinn ist 24/7 aktiv

Ohnehin ist bereits seit Jahrzehnten weithin bekannt, was die meisten in der Akustikbranche Tätigen auch gern mit Amüsement und offen einräumen:

„Ist die Nachhallzeit kurz, dann ist die Sprachverständlichkeit noch lange nicht gut. … ist der Raumklang nicht zwangsläufig klar und rein.“

Auch die kritischen Betrachtungen, die Wallace C. Sabine schon vor über 100 Jahren gegenüber der Absorption beigetragen hat, könnten für die Wissenschaft ein Ansporn sein. Stattdessen begnügt man sich damit, dass Sabine recht früh eine Formel entwickelt hatte, mit der sich leicht arbeiten lässt.

Maßgeblich für die Klarheit oder Reinheit von Klang ist das Ausmaß der Bewältigung von Störeinflüssen, die explizit im Kantenvolumen entstehen. UND zugleich ist der Ausgleich, die Harmonisierung der tatsächlichen Schallenergie im Raum von bedeutender Wichtigkeit. Es geht dabei um nicht weniger als die bloße Energie.

Schall erliegt in Abhängigkeit von den Frequenzen in unterschiedlichem Maße sowohl allein schon der Luftdämpfung, als auch der Absorption durch unterschiedliche Materialien und Körper (im weitesten Sinne: von anwesenden Personen bis zu Gegenständen aller Art oder auch baulichen Gegebenheiten). Dabei allerdings ist, von „Wellenlängen“ auszugehen, ein Irrweg und eine fehlerhafte Modellvorstellung.

Bedämpfung: nicht automatisch Lärmbekämpfung

Die Installation des ReFlx®-Systems sorgt dafür, dass ruhig und entspannt gesprochen werden kann.

Die oberen Mittenfrequenzen und die hohen Frequenzen – die allein durch die Luftdämpfung ab ca. 4 Metern Entfernung zu originär Sprechenden oder zu einer Lautsprecherquelle bereits zu stark abgeschwächt sind – erfahren mittels ReFlx® eine so deutliche Verstärkung, dass in durchschnittlich großen Klassenräumen oder Besprechungsräumen das Verstehen von Sprache an JEDEM Hörort im Raum gleich gut gelingt.

Umgekehrt kann man an jedem beliebigen Ort in einem solchen Klassenraum oder Besprechungsraum einen Einwurf oder Beitrag leisten: Jeder an jedem anderen Hörort im Raum kann ihn einwandfrei verstehen.

gute Hörsamkeit = entspannte Atmosphäre

Das – nun auf eine Schulklasse bezogen – führt dazu, dass Lehrkräfte eine deutliche Entlastung verspüren… und entspannt unterrichten. Die Nerven von Lehrkräften zu schonen UND zugleich Schülerinnen und Schülern das Verstehen und die Teilnahme am sprachlichen Austausch zu erleichtern, führt „wie von selbst“ zu einer effektiveren Unterrichtung. – Und zu ECHTER Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche.

Oder auf Unternehmen oder Verwaltungen bezogen, führt eine gute Raumakustik zu einer entspannten Atmosphäre bei Besprechungen, Verhandlungen, Seminaren…

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Raumakustik ohne Messung optimieren

Gewiss ist die objektive und analytische Betrachtung von Räumen wichtig – gerade, um technische Planungen zu optimieren. Aber ist das in der Raumakustik auch zielführend?

Denn rein begrifflich misst man zwar so genannten Nachhall. Aber tatsächlich ist der gemessene Nachhall gar nicht der wirkliche Nachhall.

Sondern was man misst, ist das ABKLINGEN des GESAMTSCHALLEREIGNISSES in einem Raum.

Und dieses Gesamtschallereignis ist nicht ausschlaggebend im Hinblick auf die Klarheit des Raumklanges, also auf Sprachklarheit oder die Transparenz und Ehrlichkeit musikalischer Ausdrücke.

Sondern, um dieses Gesamtschallereignis optimieren zu können, MUSS man es differenziert betrachten.

Gern objektiviert man für Kommunikationsräume auch die Sprachverständlichkeit mittels Sprachverständlichkeitsindex. Die sog. STI-Werte wiederum werden errechnet unter Einbeziehung des „Nachhalls“. Folglich besitzen auch die so genannten STI-Werte eine nur eingeschränkt objektive Aussagekraft.

Nachhall: weniger aussagekräftig als Fieber

Die tatsächlich problematischen Bereiche für die Raumakustik (nicht nur in sog. „kleinen“ Räumen, sondern auch noch darüber hinaus) sind die Raumkanten (zu denen geometrisch auch die Raumecken zu zählen sind). Selbst bei sehr niedrigem Nachhall können Raumkanten mithin gänzlich ungehindert ihr Störpotenzial entfalten! … und somit einen unerträglichen Lärm verursachen und Sprachkommunikation beeinträchtigen, obwohl ein Raum stark bedämpft ist.

Gerade Erziehende in KiTas können davon „ein Liedchen singen“, wenn es in den Ohren schrill prasselt oder klirrt. Und das, obwohl vollflächig bedämpfdende Decken doch auf den ersten Blick, auf das erste Hören für Ruhe und Erleichterung gesorgt haben.

In den Raumkanten wird eine laute Kinderschar oder eine laut jubelnde Schulklasse eine bis zur Unerträglichkeit lärmende Gruppe. – „Lautheit“ und „LÄRM“ sind nicht das Gleiche.

ReFlx®: Klangreinigung à la carte

Ist das Kantenvolumen erst entstört, so beeinträchtigt ein zwar leicht abgeschwächter, aber noch immer deutlicher Nachhall die Hörsamkeit in einem Raum nur noch wenig. Überwiegend sogar sind die Reaktionen auf einen etwas längeren Nachhall positiv! Denn eine gewisse „Halligkeit“ repräsentiert zugleich auch eine angenehme „Weite“ des Raumes. Das Unterbewusstsein liebt diese Freiheit…

Aber trotz der Reflektoren – und deshalb zur Überraschung so mancher Fachleute – wird es in der Klasse nicht lauter, sondern leiser. Da das Kantenvolumen nur noch die so genannte „direkte Reflexion“ liefert – aber eben auch klare Rückwürfe – wird auch keine Schallenergie mehr gleichsam „eingesammelt“. Druckmaxima bilden sich nicht mehr aus, und Störungen werden nicht mehr in Lärm gewandelt.

Dabei muss man berücksichtigen: Was als Raumantwort zurückbleibt, wenn die Raumkanten als Störzonen ausfallen, DAS ist dann auch „ECHTER“ Nachhall. Und der ist keine Störung, sondern eine Qualität, die man steuern kann.

umfängliche Ausstattung von Raumkanten und -ecken mit dem ReFlx-System

Nun übernimmt das ReFlx®-System sogar mehr als nur eine Doppel-, sondern eine Dreifach-Funktion:

Zum einen wird den Raumkanten bereits durch Abschirmung viel des störenden Potenzials entzogen.

Gleichzeitig geht die störende Energie der Raumkante unmittelbar in der Raumkante selbst unter. Was widersprüchlich klingt, aber nur logisch ist. Denn die destruktive Schallenergie der Kanten kann gleichsam dem eingschlossenen Volumen nicht mehr entfliehen.

Raumklang optimieren mit Bonus

Schließlich aber ist die Raumakustik dadurch deutlich verbessert, dass das Missverhältnis zwischen tieferen Frequenzen einerseits, den höheren Frequenzen andererseits ausgeglichen wird. Und zwar optimal genau aus den Raumkanten heraus und optimal genau im für Sprache und Musik relevanten Frequenzbereich.

Bisher werden hauptsächlich Flächen absorbierend ausgelegt, um die sog. Nachhallzeit zu reduzieren. Raumakustik zu optimieren… damit hat das nichts zu tun. Denn der etwaig verbleibende „Nachhall“ ist fast nur noch Störschall aus dem Kantenvolumen heraus.

Absorption beseitigt also eine unterstellte Störquelle – die wirkliche Störung aber nicht! Welchen Sinn macht folglich etwa DIN 18041 für Kommunikationsräume?

Besser ist es – und dann schon nicht mehr Norm-konform – Raumkanten absorbierend auszulegen. So wird das Kantenvolumen zumindest entstört, auch wenn hier viel konstruktives Potenzial verschenkt wird. Dennoch: Die Entstörung des Kantenvolumens muss erst einmal im Vordergrund stehen.

Noch besser ist es nun, mithilfe des ReFlx®-Systems – was widersinnig erscheinen mag – sowohl das Kantenvolumen zu entstören, als auch, 2-in-1, durch Reflexion die konstruktive Kraft des Kantenvolumens dem Raum zurückzugeben.

Das Missverhältnis zwischen den Frequenzen, das durch Absorption in Innenräumen entsteht, hatte bereits Wallace C. Sabine und schon vor über 100 Jahren bemerkt und umfangreich beschrieben. Während Sabine nun das Problem grundsätzlich zwar erkannt hatte, so war es ihm aber noch nicht möglich, zu einer eindeutigen Analyse zu gelangen…

Was aber macht moderne Raumakustik? Sie hält sich an Wallace C. Sabine, der mit seiner so genannten „Sabine’schen Formel“ noch gar keinen abschließenden Lösungsvorschlag angeboten hatte.

Raum von den Kanten aus verstehen

Die tieferen Frequenzen zeigen sich weniger beeindruckt von den Reflektoren. Die oberen Mittenfrequenzen und die hohen Frequenzen hingegen reflektieren stark – und klar gerichtet. Das ReFlx®-System macht sich in erster Linie nützliche Erstreflexionen zunutze, aber auch die klärende Wirkung der Diffusion. Hierfür reicht bereits das relativ leichte Fichtenholz, das (siehe Abbildungen) etwa als sog. Fichte-Dreischichtplatte Anwendung in Klassenräumen findet.

Messungen der STI-Werte (Sprachverständlichkeitsindex) durch einen unabhängigen Gutachter zeigen für einen Klassenraum sehr deutlich, in welche Richtung das führt. Die Sprachverständlichkeit ist nach der Installation des ReFlx®-Systems „ausgezeichnet“ – obgleich diese Werte durch den noch immer sehr deutlichen Nachhall wiederum abgeschwächt sind. Wie das möglich ist, das zeigen erst Impulsmessungen sehr anschaulich.

Darüber hinaus ist die Klarheit von Sprache an tatsächlich jedem Hörort in der Klasse gleich gut. Das belegen nicht nur die STI-Werte, sondern bestätigen auch die praktischen Erfahrungen im Unterricht, einschließlich der Inklusion Hörgeräte tragender Schüler…

das ReFlx®-System im selben Raum, an der Rückwand die Wärmeisolation von Heizungsrohren als zusätzliche Schalldämmung einbeziehend
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perfekte Raumakustik berücksichtigt Raumkanten

Das eigentliche, das Kernproblem für die Raumakustik in kleinen bis mittelgroßen Räumen liegt in den Raumkanten verborgen.

Für Mehrpersonenbüros oder für Räume, die dem geselligen Beisammensein oder der Ruhe und Entspannung dienen sollen, bedeutet dies, dass man mit der Absorption der Schallenergie in den Raumkanten beginnen sollte. Für Kommunikationsräume hingegen reicht es nicht, über reine Kantenabsorber nur zu entstören. Sondern in Versammlungsräumen, in Besprechungs- und Seminarräumen oder in Klassenräumen bedarf es einer Ausstattung, die die sprachlichen Nutzsignale verstärkt: Es gilt, ein harmonisches Klangfeld im gesamten Raum zu erzeugen. Und das im besten Falle passiv, also ohne elektroakustische Anlagen – weil man dann nicht angewiesen ist auf zusätzliche Investitionen und auf regelmäßige Wartungen und Aktualisierungen.

Das ReFlx®-System schlägt sozusagen „zwei Fliegen mit einer Klappe“. Heute nennt man das auch ‚two in one‘. Es wirkt als Kantenabsorber – und zugleich als Verstärker vor allem der höheren Frequenzen. ReFlx® erzielt in kleinen bis mittelgroßen Räumen (etwa Klassenräume oder durchschnittlich große Besprechungs- oder Seminarräume) eine außerordentliche Klarheit des Klanges und eine herausragende Sprachverständlichkeit.

Problemzone ‚Raumkanten‘

Es ist ein Irrtum, dass ein geringer Nachhall erforderlich sei, um eine gute Sprachverständlichkeit zu erzielen. Auch wenn in DIN 18041 gebetsmühlenartig immer wieder darauf hingewiesen wird. „Gute Hörsamkeit“ kann nicht gleichgesetzt werden mit kurzen Nachhallzeiten.

Sondern erstens und zuerst muss das störende Potenzial der Raumkanten ausgeschaltet werden. Dazu bedarf es nicht – wie bisher stets angenommen – der Absorption oder der Resonanz. Sondern das Energiepotenzial in den Raumkanten kann mit schallharten Reflektoren bezwungen werden.

Zweitens macht man sich idealerweise wiederum das Kantenvolumen zunutze, um das Missverhältnis zwischen den unterschiedlichen Frequenzen angemessen auszugleichen. Denn zwangsläufig erschaffen Räume ein unausgewogenes Frequenzband. Und poröse Absorber verstärken dieses noch, mit dem Schwerpunkt der absorbierenden Wirkung in den höheren Frequenzen..

Wallace Clement Sabine – * 13.06.1868, † 10.01.1919

Man muss sich einmal vor Augen führen, dass Wallace C. Sabine – als echter Pionier in der Raumakustik – letztlich seine Arbeiten nicht hatte zu Ende bringen können. Dabei ist unerheblich, ob Sabine an seiner Nierenentzündung starb oder an den Folgen der Behandlung. Jedenfalls verstarb er im Alter von nur 50 Jahren nicht nur im Sinne der Forschung erheblich verfrüht.

Frequenzen unausgewogen

Auf dieses Missverhältnis – das Wallace C. Sabine umso mehr auffiel, je mehr Absorption er in einen Raum eintrug oder auch, je mehr Publikum in einem Saal zugegen war – hatte der amerikanische Physiker bereits vor über 100 Jahren hingewiesen und es verständlich beschrieben!

Dazu im völligen Widerspruch beschränkt man sich darauf, die lückenhafte und extrem vereinfachende sog. „Sabine’sche Formel“ anzuwenden. Und stützt damit die Forderung nach Absorption.

Nur ein kurzes Beispiel aus Sabine’s Fachbeiträgen: „In den tiefen Tönen kommt der Einfluss des Publikums deutlicher zum Ausdruck. Zum Beispiel, wieder ein C1 64 gewählt, verringert der Einfluss des Publikums den ersten Oberton um rund 60 % in Relation zum Grundton, den zweiten Oberton um mehr als 75 %.“ (W. C. Sabine, Collected Papers on Acoustics; Forgotten Books – Seite 82)

•• erläuternder Einschub: „C1 64“ ist nach heutiger Einteilung C2 allerdings in anderer Lesart bei 65,4 Hz. Denn W. C. Sabine ging vom Grundton A der natürlichen Tonleiter bei 432 Hz aus, während heute international der Grundton A mit 440 Hz definiert ist. So aber hat bei Sabine der heutig auch als „tiefes C“ bezeichnete Ton 64 Hz. ••

Solche und weitere Ausführungen Sabine’s können leicht auf den Zusammenhang zwischen Absorption und Sprachverständlichkeit übertragen werden. Die Konsequenzen decken sich in plausibler Übereinstimmung mit der Praxis in Kommunikationsräumen.

Wallace C. Sabine beweist Problembewusstsein

Zwar hatte W. C. Sabine in seiner ersten Publikation im Jahre 1900 im ‚American Architect‘ seine mathematischen Betrachtungen verhängnisvoll in die Welt gesetzt. Doch bereits 1906 hatte er begonnen, in weiteren Publikationen sehr klar darauf hinzuweisen, dass mit zunehmender Absorption die Obertöne immer stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Mehrfach hat Sabine auf dieses wachsende Missverhältnis der Frequenzen untereinander hingewiesen. Vereinfacht könnte man von ‚Dumpfheit‘ und Ausdruckslosigkeit sprechen, wenn umso mehr Details verloren gehen, je höher eine Frequenz ist und eine je stärkere Absorption den Raum beherrscht.

Dabei muss man sich aber auch bewusst machen, dass allein schon eine zunehmende Anzahl an Personen (Kinder oder Jugendliche in Klassenräumen; Teilnehmende an Besprechungen oder Seminaren; Publikum in Sälen oder Hallen) den Nachhall zwar bedeutsam bis stark senken, aber dabei das störende Potenzial der Raumkanten höchstens minimal, nämlich in der praktischen Relevanz überhaupt nicht berühren! Und zwar deshalb, weil Personen in einem Raum allein in einem begrenzten Raumvolumen, nämlich eher nahe der Bodenebene den Schall absorbieren, d. h. den Nachhall vor allem in mittleren und höheren Frequenzen durch die allgemeine Absorption reduzieren.

Raumkanten als Lärmtrichter

Insbesondere in die oberen Raumkanten hinein jedoch gelangt der Schall ungemindert. Dort baut sich ein hoher Schalldruck auf, während zugleich aus den Raumkanten heraus kein geordneter Rückwurf stattfindet. Je nach Besetzungsdichte eines Raumes kann Publikum das Störpotenzial der unteren, den Boden berührenden Raumkanten schwächen oder ausschalten – niemals aber Einfluss auf die oberen Raumkanten auch nur abschwächen.

Sabine – zu früh verstorben – hatte 1915 in einer Publikation darauf hingewiesen, dass die Analyse der einzelnen Reflexionen in einem Raum nicht gelinge: „Dieses Phänomen nennt man Widerhall, einschließlich des Echos als Spezialfall. Man muss jedoch beachten, dass ganz allgemein der Widerhall resultiert aus einer Vielzahl von Schallereignissen, die den ganzen Raum erfüllen – die sich der genauen Analyse der verschiedenen Reflexionen entziehen. Es ist schwer, sie im Einzelnen wiederzuerkennen und unmöglich, sie genau zu lokalisieren.“ (Sabine, W. C.: Collected Papers on Acoustics; Forgotten Books – Seite 220)

Und so war es Sabine nicht mehr gelungen, explizit die Raumkanten (bzw. das Kantenvolumen, also einschl. der Raumecken) als eigenständige, akustische Störungen erzeugende Raumvolumina zu entlarven und entsprechend gesondert zu berücksichtigen. Auch hatte Sabine den Widerhall im Sinne des Gesamtschallereignisses in einem Raum etabliert als EINE Kenngröße.